Dres. med. Korsch und Steffen

Anwenderbericht der
Pneumologische Gemeinschaftspraxis
Dr. med. Andreas Korsch, Dr. med. Uwe Steffen

Zugegeben, auch in unserer Praxis hat es 1993 bei der ersten Einführung eines Spracherkennungssystem noch eine Investitions- und Abschreibungsruine in Höhe von 10.000 DM gegeben. Nach zehn weiteren Jahren in einer Gemeinschaftspraxis ist die tägliche Anzahl von Arztbriefen bei zwei Kollegen auf zirka 60 bis 70 Briefe pro Tag angestiegen und insbesondere in Urlaubs- und Krankheitszeiten zu einer Belastung für unsere Nerven und das Personal geworden.

 

Nachdem Anfang Januar 2002 unserer Praxis EDV auf ein modernes Windows basiertes Netzwerk umgestellt wurde und auch die Oberfläche unserer Praxis EDV voll kompatibel war, stellte sich für uns erneut die Frage, wie lösen wir das Problem in Büro.  Das Büro war der Flaschenhals unserer Praxis und von einer Sekretärin wollten wir nicht ständig abhängig sein. Nach Erkundigungen und Gesprächen mit Kollegen stießen wir auf die Firma Mevotec aus Salzgitter und ihren Geschäftsführer Herrn Ruckstuhl.

Nach einer eingehenden der Demonstrationen des Systems „Dragon NaturallySpeaking“ wurde die Bereitstellung eines eigenen Fachvokabulars und die Anpassung an unsere Praxis Software Duria vereinbart. Wenig später erfolgte die Implementierung in unserer Praxis auf zwei Rechnern in den Arztzimmern. In einer kurzen Anpassungsphase mit Übungstexten wurde das System an unsere Sprache und Satzbauweise adaptiert. Medizinische Texte insbesondere das Fachvokabular wurden erstaunlich schnell und sicher vom Computer analysiert und auf den Bildschirm gebracht.

Die heutigen Spracherkennungssysteme arbeiten nicht nur mit einer reinen Wortanalyse, sondern neben der Wortanalyse erfolgt auch eine Satzanalyse, sodass die Texte plausibel und richtig auf dem Bildschirm kommen.  In der Anfangsphase hat das Diktieren mit dem Headset sicherlich mehr Konzentration abverlangt, als in ein Diktiergerät hinein zu nuscheln. Die Stunde der Wahrheit kam aber, als unsere Sekretärin einen kurzfristigen Urlaub nahm und wir wieder auf eine Aushilfskraft angewiesen sein sollten. Wir haben dann auf alle Hilfsangebote von außen verzichtet und uns an diesen Tagen an den Computer gesetzt und unserer Arztbriefe selbst eingegeben. Die Produktion von 15 bis 20 Arztberichten nach einer Sprechstunde war innerhalb von einer bis eineinhalb Stunden erledigt und zwar komplett.

Bei der Spracheingabe wird der Text vom Arzt nicht nur diktiert, sondern zugleich auch korrigiert und kann dann entsprechend zu einem Brief zusammengesetzt werden. Wir haben zudem die Möglichkeit unserer Arztbriefe direkt aus dem PC herauszufaxen oder über einen zentralen Netzwerkdrucker vor und rückseitig auszudrucken, ist dies geschehen, ist der gesamte Vorgang abgeschlossen und der Vorgang kann zur Abrechnung gegeben werden.

Nachdem wir auf diese Weise in das kalte Wasser geschmissen wurden, haben wir auch noch mehr Freude an der Spracherkennung gewonnen. Dragon NaturallySpeaking arbeitet für gewöhnlich in einem so genannten DragonPad. Das ist ein Editorfenster, in dem alle Texte zunächst geschrieben und auch korrigiert werden können. Durch einen einfachen Befehl, z. B. „zu Duria" werden dann diese Texte markiert und in die entsprechende Textgruppe unseres Arztpraxissystems hinein kopiert. Weitere Anpassungswünsche an Dragon mit unserer Praxissoftware haben sich durch die fortlaufenden Erfahrungen geben, sodass auch mittlerweile die Steuerung zwischen Duria und dem DragonPad möglich ist.

Eine Investitionsruine hat es diesmal bestimmt nicht gegeben. Man darf aber von einem Spracheingabesystem sicherlich auch nicht die perfekte EierlegendeWollMilchSau erwarten. Auch bei einer Spracherkennung muss man von dem Grundsatz ausgehen, mit 20 Prozent Aufwand 80 Prozent Leistung erreichen. Die deutsche Grammatik macht es der Spracherkennung nicht einfach, jedes  Wort und jede Endung richtig zuerkennen, somit muss durchaus immer Korrektur gelesen werden. Die Korrektur eines Textes mittels Sprachsteuerung, Maus und Tastatur ist aber absolut kein Problem und im Vergleich zur Korrektur einer vielleicht etwas unbedarften Schreibkraft schnell, effektiv und wenig zeitaufwendig.

A. Korsch
 

Nachtrag

Sprachteuerung in Duria Durch die Mevotec GmbH wurde inzwischen die Spracherkennung durch eigene Sprachbefehle so an Duria adaptiert, dass ich meine Textbausteine sofort am Cursor aufrufen kann. Mit einem einzigen Befehl öffnet sich dann die Textgruppe, der Name des Textbausteins wird eingegeben, ausgeführt und die Textprobe wieder geschlossen.

Man sieht auf den Bildschirm nur noch ein kurzes Aufblitzen, der sich öffnenden und schließenden Textprobe. Es ist der schiere Wahnsinn. Seit nunmehr zwei Wochen feiert unsere Sekretärin krank und alle Arztbriefe, zirka 60 bis 80 pro Tag sind pünktlich rausgegangen. Es ist schon eine richtige Revolution was sich der auf dem Bildschirm tut. Die übrige Ausstattung mit dem wegfaxen der Arztbriefe vom Arbeitsplatz und auch die Ausgabe in den Laserdoupledrucker funktioniert ebenfalls hervorragend und trägt zur Zeitersparnis und Rationalisierung bei.

A. Korsch

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